TraWeBa und die Internationalisierung

Gemeinsam Stark

Bild © Dr. Maximilian Wagner

In starken Binnenmärkten entstehen Weltmarktführer. Dort treffen Innovationskräfte auf Kapital und die Notwendigkeit zu regelmäßigen Produktverbesserungen lässt im Werben um die Kunden Technologieführer reifen. In der Batterietechnologie steht Europa am Scheideweg. Während China und die USA ihre Führung mit massiven Investitionen und integrierten Ökosystemen weiter ausbauen, droht Europa ins Hintertreffen zu geraten. Wenn weiterhin jedes Land versucht, isoliert eigene Strukturen aufzubauen, wird es kaum möglich, eine Größenordnung zu erreichen, in der unsere Innovationen auch dem Preiswettbewerb standhalten. Nur durch eine engere internationale Zusammenarbeit innerhalb Europas wird es gelingen, auf dem Weltmarkt technologisch und preislich zu überzeugen. Nationale Hubs wie TraWeBa spielen hier eine Schlüsselrolle – als Brückenbauer, die Netzwerke moderieren und Kontakte entlang der Wertschöpfungskette knüpfen.

Bestärkt wurden wir in dieser Haltung bereits durch unser „Battery Spotlight“-Event mit Fokus auf Indien. So spannend die Perspektiven dort sind, so deutlich wurde uns auch, wie wichtig der Blick auf unsere direkten Nachbarn ist. Europa muss enger zusammenrücken, wenn wir auf dem Weltmarkt bestehen wollen.

Unser Clustermanager Dr. Maximilian Wagner berichtet von unseren ersten Schritten in Richtung Internationalisierung für den europäischen Austausch. Denn ohne voneinander zu lernen wird die Internationalisierung nicht gelingen. Im Mai und Juli 2025 standen daher eine Delegationsreise nach Schweden und die Teilnahme an der UPCell-Konferenz in Barcelona an. Schweden wartete mit starken Unternehmen wie Volvo oder Scania und innovativen Ökosystemen wie MobilityXlab auf.

Die UPCell-Konferenz in Spanien beleuchtete die Frage, wie wir den vorgelagerten Sprung vom Labor zur industriellen Produktion schaffen. Besonders spannend war hier die Diskussion um schlüsselfertige Batteriezellfabriken, die eine schnellere Skalierung ermöglichen sollen. Im Rahmen dieser Diskussion wurde das Konzept der „Turnkey Solutions“ von Upcell näher vorgestellt. Dahinter verbirgt sich ein Ansatz, bei dem Maschinenbauer aus unterschiedlichen europäischen Regionen Konsortien bilden, um komplette Fabriklösungen aus einer Hand anzubieten. Dies erleichtert nicht nur die Beschaffung und Koordination, sondern beschleunigt auch den Markthochlauf erheblich. Unternehmen profitieren von standardisierten Prozessen, geringeren Schnittstellenrisiken und einer höheren Planbarkeit. Zudem wird der Aufbau nachhaltiger, da Synergien genutzt und europäische Wertschöpfung gestärkt werden. Gerade für den internationalen Wettbewerb ist dieses Modell von großer Bedeutung, da es Investoren und Industriepartnern eine klare Perspektive für die schnelle Umsetzung großskaliger Projekte bietet.

Einige zentrale Erkenntnisse nehmen wir direkt für unsere Arbeit mit: Erstens, dass Technologieentwicklung und industrielle Hochskalierung zwei verschiedene Welten sind und jeweils gezielte Unterstützung brauchen. Zweitens, dass europäische Stärken sehr unterschiedlich verteilt sind – genau deshalb bestehen die Voraussetzung, durch Internationalisierung Synergien zu heben. Und drittens, dass die internationale Vernetzung nicht nur politische Forderung ist, sondern von den Unternehmen aktiv gewünscht wird.

Wir werden diese Impulse in unsere geplanten Aktivitäten einfließen lassen und freuen uns schon jetzt, gemeinsam mit Partnern in Europa weitere Formate aufzubauen. Erste Ideen liegen auf dem Tisch – die Resonanz ist durchweg positiv. Der Internationalisierung soll 2026 eine größere Bedeutung zukommen.

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