Newsletter Juni 2026

TraWeBa News

Juni | 2026

Der Newsletter des Transformations-HUB Wertschöpfungskette Batterie

Liebe TraWeBa Community,

der Juni zeigt einmal mehr, wie eng technologische Stärke und industrielle Umsetzung in Europa zusammenhängen. In unserem Interview schauen wir auf die praktische Seite der Elektromobilität: Roland Cracco, CEO von Interparking, spricht über das Laden und Parken von E-Fahrzeugen in Parkhäusern und Tiefgaragen und warum es dafür europäische Zusammenarbeit braucht.

Aus Brüssel und Paris berichten wir, wie sich die europäische Debatte zunehmend um eine Frage dreht: Wie übersetzt Europa Forschungsexzellenz schneller in Wertschöpfung, marktfähige Produkte und strategische Unabhängigkeit? Dazu kommen Rückblicke auf unsere Veranstaltungen – vom TraWeBa-Kongress 2026 über das Battery Investors Event bis zum jüngsten Battery Spotlight – sowie die wichtigsten Meldungen aus dem Netz.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen!

Ihr TraWeBa Team


Interview mit Roland Cracco, CEO Interparking
Bild: Interparking

Interview: Roland Cracco (CEO Interparking)

E-Fahrzeuge laden & parken

Über die Technik von E-Fahrzeugen und Batterien haben wir schon oft berichtet – mindestens ebenso wichtig ist aber der Alltag: Wo und wie wird geladen? Wir haben mit Roland Cracco gesprochen, CEO von Interparking, einem der größten Betreiber von Parkhäusern und Tiefgaragen in Europa (rund 2.000 Parkhäuser, ca. 800.000 Stellplätze, in Deutschland und Österreich über die Tochter Contipark).

Im Gespräch erklärt er, warum die automobile Zukunft elektrischer wird, weshalb DC-Laden mit rund 50 kW für innerstädtische Parkhäuser sinnvoller ist als Ultraschnellladen, welche Rolle dezentrale Energiespeicher und Brandschutz spielen – und warum es dafür europäisches Denken und Handeln braucht.

🇬🇧 Das Interview auf Englisch: Charging and Parking EVs in Car Parks


Philippe Aghion beim Brussels Economic Forum 2026
Foto: TraWeBa / ACOD

Bericht aus Brüssel

Europas Innovationsfähigkeit entscheidet sich in der Umsetzung

In Brüssel und Bilbao wurde zuletzt deutlich, worum sich die europäische Industriepolitik derzeit dreht: Wie gelingt es, technologische Stärke schneller in industrielle Wertschöpfung und strategische Unabhängigkeit zu übersetzen?

Beim Brussels Economic Forum ordnete Philippe Aghion – 2025 mit dem Wirtschaftsnobelpreis für seine Theorie der „kreativen Zerstörung“ ausgezeichnet – KI als Produktivitätstreiber ein, die Automobilregionen formulierten mit der Bilbao Declaration eine gemeinsame industriepolitische Position zum Industrial Accelerator Act, und ein neuer EU-Call fördert Batterien der nächsten Generation für Mobilitätsanwendungen. Die gemeinsame Richtung: von der Strategie zur Skalierung.


European Defense Townhall der Münchner Sicherheitskonferenz in Paris
Foto: TraWeBa / ACOD

Protokoll aus Paris

Verteidigung, Resilienz und neue elektrische Anwendungen

Paris wurde Ende Mai und im Juni zur Bühne für zwei eng verbundene Debatten: Europas sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit (European Defense Townhall der Münchner Sicherheitskonferenz) und die praktische Umsetzung neuer Technologien (VivaTech).

Die gemeinsame Erkenntnis: Technologische Souveränität entsteht dort, wo Europa industrielle Fähigkeiten aufbaut, Technologien skaliert und kritische Infrastrukturen absichert. Von Exoskeletten über Drohnen bis zu modularer E-Mobilität – viele Zukunftsanwendungen hängen zunehmend von leistungsfähigen, sicheren Energiespeichern ab. Batterien werden zur unsichtbaren Infrastruktur physischer Innovation.


Exnovation – Zukunft bewusst gestalten
Foto: Bayern Innovativ

Exnovation

Zukunft bewusst gestalten

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – Bayern Innovativ liest den Hesse-Satz in diesem Beitrag bewusst nüchtern: Entwicklung funktioniert nicht ohne Abschied. Unter dem Begriff Exnovation beschreibt der Artikel das gezielte Beenden überholter Strukturen, Routinen und Technologien als Voraussetzung dafür, dass Neues entstehen kann – Veränderung nicht als Projekt, sondern als Haltung.

Aufgehängt ist das am Beispiel der Kultur- und Kreativwirtschaft (bayernkreativ), der Gedanke trägt aber weit darüber hinaus. Auch für die Batterie- und Automobilwirtschaft ist er hochrelevant: Transformation gelingt nicht allein durch Innovation, sondern durch den Mut, Bestehendes bewusst loszulassen.


BecoSearch – Forschungseinrichtungen im Batterie-Ökosystem
Bild: TraWeBa

BecoSearch

Forschungseinrichtungen im Batterie-Ökosystem

Wer forscht woran in der deutschen Batterielandschaft – und mit welcher Infrastruktur? Genau hier setzt BecoSearch an. Das in die TraWeBa-Website eingebettete Dashboard bündelt Forschungseinrichtungen des Batterie-Ökosystems mit ihren Kompetenzen, Projekten und nutzbarer Forschungsinfrastruktur und macht sie durchsuchbar.

Für Unternehmen, Start-ups und Konsortien wird die Partnersuche entlang der Wertschöpfungskette damit deutlich einfacher. Weitere Akteure finden sich auf der Vollplattform becosearch.com; bereitgestellt wird BecoSearch vom KLiB e. V.


TraWeBa-Kongress 2026 – Podium
Foto: TraWeBa / ACOD

Rückblick: TraWeBa-Kongress 2026

Vernetzung für Europas Batteriewertschöpfungskette

Am 5. Mai kamen rund 150 Teilnehmende im Ludwig-Erhard-Saal der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin zusammen – Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Industrie und Institutionen entlang der gesamten Batteriewertschöpfungskette.

Eröffnet von Frank Wille (BAM) und Dr. Jens Katzek (ACOD / TraWeBa), ordnete Dr. Stefan Wolf (KLiB) zunächst die Lage der Industrie ein. Im Mittelpunkt stand jedoch die Vernetzung: Über eine Plattform für KI-gestütztes Matchmaking fanden die Teilnehmenden gezielt passende Gesprächspartner, ergänzt um viel Raum für persönliche Begegnung. Den inhaltlichen Kern bildeten am Nachmittag zehn Thementische.


Battery Investors Event 2026
Foto: TraWeBa / ACOD

Rückblick: Battery Investors Event 2026

Start-ups treffen Kapital

Am 4. Mai, dem Vorabend des Kongresses, brachte das Battery Investors Event über 40 Start-ups mit einer ausgewählten Runde von Investoren entlang der Batteriewertschöpfungskette zusammen. Ein eigens entwickelter KI-basierter Matchmaking-Algorithmus wählte die Start-ups gezielt nach ihrer Passung zu den anwesenden Investoren aus.

Statt langer Präsentationen standen Tischrunden, kleine Workshops und Networking im Mittelpunkt; der Austausch zog sich bis nach 22 Uhr. Das Format adressiert genau die Lücke, die auch in Brüssel diskutiert wird: In einem schwierigen Marktumfeld mit knappem Scale-up-Kapital schafft es direkten Zugang zu Investoren – Kontakte, die sonst oft mühsam zu knüpfen sind.


Battery Spotlight – Juni-Session
Bild: TraWeBa

Rückblick: Battery Spotlight

Juni-Session

Am 18. Juni 2026 ging unsere Online-Reihe Battery Spotlight in die nächste Runde – im bewährten Format kurzer, vierminütiger Pitches, die pointierte Einblicke in aktuelle Batterie-F&E geben. Fünf Speaker zeigten die ganze Breite der Innovationslandschaft:

Sigmund S. Kielland (CEO, Pentalys Energy) – langlebige Li-S-Batterien auf Basis von 10+ Jahren NTNU-Forschung
Giselle Cheung (CEO & Co-Founder, Powernap Energy) – kostengünstige Zellen aus erdverfügbaren Rohstoffen
Markus Schiemann (Founder, 70.energy) – Prälithiierung für Silizium-Anoden in 70 Sekunden
Simon Anniés (Innovation Manager, Pulsetrain) – software-definierte Batterien per Halbleitertechnik
Wolfgang Höfer (Business Unit Leader, Kerafol) – von „Cell-to-Module“ zu „Cell-to-Pack“ und die Rolle von Thermal Interface Materials


M-ERA.NET Call 2026 für Batterietechnologien

Das BMFTR hat eine Förderrichtlinie für transnationale Verbundvorhaben veröffentlicht – zu „Neuen Batteriematerialien und Materialien für verbesserte Batterietechnologien“ sowie „Alternativen Batteriesystemen“. Sie ist Teil des M-ERA.NET und des BMFTR-Dachkonzepts Batterieforschung innerhalb der Hightech Agenda Deutschland (Bundesanzeiger vom 02.06.2026).

Quelle: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt


EU Battery Booster: 1,5-Mrd.-€-Fonds für EV-Zellproduktion

Die Europäische Kommission stellt bis zu 1,5 Mrd. € aus Einnahmen des EU-Emissionshandels (ETS) für die „Battery Booster Facility“ bereit. Über zinslose Darlehen von bis zu 500 Mio. € je Vorhaben soll der Ausbau der europäischen EV-Zellfertigung beschleunigt werden – ein Instrument gegen die Finanzierungslücke beim Hochlauf.

Quelle: Battery-Tech Network


BMW bereitet Leipziger Werk für die „Neue Klasse“ vor

BMW rüstet sein Werk Leipzig im Sommer in mehrwöchigem Umbau für die nächste Generation vollelektrischer Fahrzeuge („Neue Klasse“). Mit der Ende 2025 angekündigten Investition im dreistelligen Millionenbereich wird Sachsen zu einem Vorreiter der E-Auto-Fertigung in Deutschland.

Quelle: Handelsblatt


Lyten übernimmt Northvolt-Standort Heide

Der US-Batteriehersteller Lyten hat eine vorläufige Vereinbarung getroffen, den früheren Northvolt-Standort bei Heide für rund 60 Mio. € zu übernehmen. Geplant sind eine Zellfabrik, ein Speicher-Hub und ein Rechenzentrum – ein weiteres Signal in der Konsolidierung der europäischen Zellfertigung.

Quelle: Battery-Tech Network


VW-Werk Zwickau droht die Schließung

Einem Medienbericht zufolge will der Volkswagen-Konzern weltweit bis zu 100.000 Stellen streichen; vier Werke stünden vor dem Aus, darunter der sächsische Standort Zwickau. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnt, ein Rückzug von VW wäre fatal für Deutschland – ein Schlaglicht auf die angespannte Lage der E-Auto-Produktion.

Quelle: MDR Aktuell


Tesla erhöht Output der Gigafactory Berlin um 20 %

Tesla steigert die Wochenproduktion in Grünheide um 20 % auf 7.500 Fahrzeuge und schafft 1.000 zusätzliche Stellen. Hintergrund ist die deutlich gestiegene Nachfrage in Europa, insbesondere nach dem dort gefertigten Model Y – ein positives Signal für den Batteriestandort Deutschland.

Quelle: Battery-Tech Network


CMBlu knackt die Unicorn-Schwelle

Das deutsche Unternehmen CMBlu Energy (Alzenau) überspringt mit einem ersten Series-C-Closing über 50 Mio. € die 1-Mrd.-€-Bewertungsschwelle. Seine nicht-lithiumbasierte SolidFlow-Batterie ist als Langzeitspeicher konzipiert und zielt auf Baseload-Infrastruktur für KI und Rechenzentren.

Quelle: CMBlu Energy

Battery Spotlight August Session

„Battery Spotlight“

August Session

Battery Spotlight kehrt am 27. August 2026 mit einer neuen Session zurück und zeigt kurze, fokussierte Pitches zu technischen Fortschritten und Kooperationsbedarfen entlang der Batteriewertschöpfungskette. Im einstündigen virtuellen Format stellen die Speaker ihr Unternehmen vor – je vier Minuten Pitch und vier Minuten Diskussion. Ziel ist der fachliche Austausch, nicht Produktwerbung.

Bestätigte Speaker:
Stefan Jakschik – CEO/CTO, ULT AG
Gunjan Lodha – Testing Engineer, Henkel AG & Co. KGaA
Zach Tanghetti – Founder, Firoozeh Flow
Agustín Solana – Technical Sales, Mercedes-Benz Energy
Jake Iverson – VP of Business Development, RedoxOne

📅 27. August 2026 | 🕒 15:30 MESZ | 🌐 Online via Zoom


ACOD Kongress 2026

ACOD Kongress

19. ACOD Kongress 2026 – Realitätscheck Automobilindustrie

Unter dem Motto „Realitätscheck Automobilindustrie – Kosten beherrschen. Tempo erhöhen. Umsetzung gemeinsam schaffen.“ lädt der ACOD zum zentralen Jahresevent der ostdeutschen Automobilindustrie. Am Vorabend findet ein Business BBQ als Networking-Format statt (limitiert auf 40 Plätze).

📅 2. September 2026
📍 Gläserne Manufaktur von Volkswagen, Dresden


KOMBiH-Workshopreihe BESS

KOMBiH

Betrieb und Sicherheit von stationären Batterie-Energiespeichersystemen (BESS)

Die KOMBiH-Reihe vermittelt praxisnahes Wissen rund um stationäre Batterie-Großspeicher: wichtigste Komponenten und deren Funktion, typische Fehlerbilder, das Einschätzen sicherheitsrelevanter Situationen sowie der regelkonforme Betrieb und die Überwachung von Speicheranlagen. Die eintägige Schulung im Blended-Learning-Format richtet sich an Fachkräfte mit gewerblich-technischer Ausbildung, insbesondere Elektrofachkräfte im Kraftwerksbetrieb.

📅 12. August 2026
📍 Infozentrum LEAG, Kraftwerk Jänschwalde, Teichland-Neuendorf


TraWeBa-Workshops Technologie hautnah IKTS

TraWeBa-Workshops

„Technologie hautnah“ @ Fraunhofer IKTS Dresden

Im Sinne der Hightech Agenda Deutschland laden TraWeBa und das Fraunhofer IKTS zu zwei Workshops speziell für Start-ups, KMU und Gründungsinteressierte aus dem Batterie-Ökosystem ein. Ziel ist es, den Zugang zu Forschungsinfrastrukturen zu verbessern, Kooperationen zu stärken und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen. Beide Workshops sind kostenfrei und unabhängig voneinander buchbar; das detaillierte Programm folgt in Kürze.

📅 Teil 1: 16. September 2026 – Forschung trifft Gründergeist
📅 Teil 2: 3. Dezember 2026 – Spezialmärkte als Chance
📍 Fraunhofer IKTS, Dresden
Detailprogramm und Anmeldung folgen.

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