Fotos: Michael Grube (Niedersachsen.next GmbH)
Am 5. Oktober 2026 wurde in Braunschweig das neue Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und Systeme ZESS eröffnet. Ein Bericht unseres Konsortialpartners Niedersachsen.next, der bei der Eröffnung und beim ersten Rundgang durch die Labore dabei war.
Am 5. Oktober 2026 wurde in Braunschweig das neue Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und Systeme ZESS offiziell eröffnet. Wir von Niedersachsen.next waren gemeinsam mit ca. 100 weiteren Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vor Ort. Im Anschluss an die festliche Eröffnung durch Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig, Prof. Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, Prof. Dr. Constantin Häfner, Vorstand für Forschung und Transfer der Fraunhofer-Gesellschaft und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs, durften wir die neue Infrastruktur im Rahmen einer ersten Begehung mit der Standortleiterin Dr.-Ing. Jutta Janßen kennenlernen. Diese Eindrücke möchten wir gern mit Ihnen teilen.
Ein Forschungsbau mit klarer Mission
Der Neubau am Forschungsflughafen in Braunschweig wurde vom Bund und dem Land Niedersachsen mit fast 50 Millionen Euro gefördert. Entstanden ist ein moderner Forschungsbau mit etwa 3.300 m² Fläche. Davon entfallen rund 1.750 m² auf Labore, die um einen 450 m² großen Trockenraum mit extrem geringer Luftfeuchtigkeit ergänzt werden, eine zentrale Voraussetzung für die Arbeit an Batterien der nächsten Generation, wie z.B. Festkörperbatterien.
Im Fraunhofer ZESS bündeln drei Institute ihre Kompetenzen: das Fraunhofer IST, das Fraunhofer IFAM und das Fraunhofer IKTS. Eng an ihrer Seite steht die TU Braunschweig mit ihrer international anerkannten Batterieforschung und der BLB+ mit ihrer Battery LabFactory und dem Center for Circular Production of Next Batteries and Fuel Cells (CPC). Gemeinsam verfolgen die Partner ein klares Ziel: nachhaltige und sichere Energiespeicher schneller zur Marktreife zu bringen. Die anwendungsorientierte Forschung konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte: Festkörperbatterien der nächsten Generation, Wasserstofftechnologien, Stationäre Speicher, Analytik und Prüftechnik und Life Cycle Engineering für Energiespeicher.
Unsere Eindrücke von der Führung
Besonders beeindruckt hat uns der Rundgang durch die Labore. Hier wurde greifbar, wie die gesamte Prozesskette zusammenwirkt: von neuen Materialien über Produktionstechnologien bis hin zu Kreislaufwirtschaft, Recycling und moderner Analytik. Der große Trockenraum zeigt, welchen Aufwand die Entwicklung moderner Batteriezellen erfordert und gleichzeitig wie einzigartig daher die Möglichkeiten der neuen Infrastruktur sind. Hier wurde klar, wie gut die Flächen auf künftige Anforderungen und Entwicklungsbedarfe vorbereitet sind.
Auch das Gebäude selbst überzeugt. Es wurde als Holz-Hybrid-Konstruktion mit reduziertem Betoneinsatz errichtet. Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade sowie Grünflächen ergänzen ein energieeffizientes Gesamtkonzept. Die offene Hallenstruktur erlaubt es, die Räume langfristig flexibel anzupassen. Nachhaltigkeit ist hier also nicht nur Forschungsthema, sondern gelebte und spürbare Praxis.
Ein Gewinn für das Innovationsland Niedersachsen
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs betonte die Bedeutung des Zentrums für das Land:
„In Niedersachsen setzen wir gezielt auf Zukunftstechnologien, die Wertschöpfung, Innovation und qualifizierte Arbeitsplätze sichern. Die Investition in das Fraunhofer ZESS ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Der neue Standort ergänzt das niedersächsische Batterie- und Wasserstoffökosystem und schafft beste Voraussetzungen dafür, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu überführen. Damit schaffen wir hervorragende Rahmenbedingungen für Wissenschaft, Technologietransfer und wirtschaftliche Entwicklung.“
Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
Diese Einschätzung teilen wir ausdrücklich. Das Fraunhofer ZESS stärkt die Region Braunschweig als einen der forschungsstärksten Standorte Europas. Zugleich verbindet es Spitzenforschung mit industrieller Umsetzung. Genau diese Verbindung ist entscheidend für die Energie- und Mobilitätswende.
Wie es weitergeht
Wir freuen uns darauf, die Entwicklung des Fraunhofer ZESS weiter zu begleiten und Brücken zwischen Forschung, Wirtschaft und Verwaltung zu bauen. Unternehmen, die mit dem Zentrum zusammenarbeiten möchten, stehen verschiedene Wege offen, etwa als Entwicklungspartner, Ideengeber oder Pilotanwender.
Haben Sie Fragen zu Kooperationsmöglichkeiten im niedersächsischen Batterie- und Wasserstoffökosystem? Dann sprechen Sie Niedersachsen.next (m.grube@nds.de und l.peters@nds.de) gern an. Das Team unterstützt Sie dabei, die passenden Ansprechpersonen zu finden.



