Neue Fraunhofer-Studie zu Transformation
Bild © Fraunhofer IAO
Kurzfassung der Ergebnisse des Fraunhofer‑Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation: Auswertung von 251.000 internationalen Untersuchungen seit 1990 mithilfe künstlicher Intelligenz; daraus wurden fünf Erfolgsfaktoren für gelingende Transformation abgeleitet.
Hier geht es zur Studie.
Das FORTE‑Modell
- F – Führung und Unternehmenssteuerung: Strategische Klarheit trifft auf anpassungsfähige Steuerung.
- O – Organisationskultur und Zusammenarbeit: Kultur als Fundament und Beschleuniger von Veränderung.
- R – Ressourcen und Schutzrechte: Kapital, Kompetenzen und geistiges Eigentum als Währung der Transformation.
- T – Technologie und Daten: Datengetriebene Systeme, die Entscheidungen und Innovation stützen.
- E – Ökosysteme und Markt: Kooperation und Netzwerkintelligenz als Verstärker von Anpassungsfähigkeit.
Die fünf Befunde
- F – Führung und Unternehmenssteuerung
Kernidee: Transformation gelingt, wenn Führung vorangeht: Verantwortung übernehmen, Orientierung geben, bereichsübergreifend steuern. Innovationsentscheidungen zentral treffen, Verantwortung bei der Geschäftsführung verankern, technisches Verständnis und Vielfalt sichern, inspirieren und Entwicklung fördern.
Relevanz: Klar definierte Strategie, abgestimmte Ziele und wirksame Kontrollen stabilisieren Wandel. Verantwortung breit verteilen, Mitarbeitende befähigen: So steigt Anpassungsfähigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit.
- Organisationskultur und Zusammenarbeit
Kernidee: Transformation gelingt, wenn Mitarbeitende früh und aktiv beteiligt werden, Ideen diskutiert werden und Lernen Routine wird; Investitionen, klare Innovationsprozesse und adressierte Ängste fördern Vertrauen.
Relevanz? Lernorientierte, beteiligende Kultur steigert Anpassungsfähigkeit, Umsetzungstempo und Wissensnutzung. Fluktuation wird zur Chance bei gesichertem Wissen. Kundenorientierung und formalisierte Innovationsroutinen übersetzen Ideen in marktwirksame Lösungen.
- R – Ressourcen und Schutzrechte
Kernidee: Wandel erfordert vorausschauende Investitionen in Kapital, Kompetenzen und Wissen. Unternehmen schützen geistiges Eigentum durch Patente und Marken, verteilen Mittel flexibel, treiben Wissenstransfer und nutzen Vertrieb sowie Kundendienst.
Relevanz: So vermeiden sie Finanzierungslücken, beschleunigen Innovation und sichern im Markt Vorteile. Komplementäre Ressourcen verstärken Umsetzungen und wandeln Ideen schneller in Ergebnisse.
- T – Technologie und Daten
Kernidee: Ohne digitale Kompetenz gelingt Transformation nicht. Führung nutzt Daten strategisch, setzt künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge ein, investiert kontinuierlich in Infrastruktur und macht Datenschutz gelebte Praxis.
Relevanz: Datenbasierte Entscheidungen beschleunigen Innovation und Effizienz. Vorausschauende Technologieplanung, verteiltes Wissen und gestärkte Digitalkompetenzen sichern Wettbewerbsfähigkeit, reduzieren Risiken und verankern Wandel im Alltag.
- E – Technologie und Daten
Kernidee: Transformation gelingt im Verbund. Unternehmen bauen vielfältige Netzwerke auf, binden externe Kompetenzen ein und teilen Wissen strukturiert – national wie international.
Relevanz: Vernetzte Ökosysteme beschleunigen Innovation, erhöhen Anpassungsfähigkeit und Marktzugang. Regelmäßige Interaktionen mit Kunden, Zulieferern und Partnern senken Risiken, machen Bedarfe sichtbar und verhindern, vom Wettbewerb überholt zu werden.
Was heißt das konkret für Batterie‑ und Elektromobilitäts‑Akteure?
- Zell‑ und Batteriefertigung (R & T):
Anreizsysteme verknüpfen Qualitäts‑ und Ausbringungskennzahlen mit Team‑Erfolg. Parallel Datenplattformen aufbauen (vom Materialeingang bis zum Recycling), um Ausschuss zu senken und Lebensdauer zu erhöhen. - Fahrzeughersteller und Systemlieferanten (F & O):
Führungsauftrag eindeutig formulieren: Welche Baureihen werden elektrifiziert, in welcher Reihenfolge, mit welchen Zielkosten? Bereichsübergreifende Teams aus Antrieb, Elektrik/Elektronik, Software und Produktion bündeln. - Regionale Wertschöpfungsnetze (E):
Jungunternehmen für Batteriematerialien, Software und Prüftechnik systematisch einbinden; Forschungsinstitute für Sicherheits‑ und Lebensdauermodelle nutzen. Verträge zu Nutzungs‑ und Schutzrechten früh klären. - Belegschaftsentwicklung (R & O):
Zeit und Budget für Qualifizierung fest in die Schicht‑ und Projektplanung legen (z. B. Mikro‑Lerneinheiten zu Elektrochemie, Batteriemanagement, Sicherheit). Patenprogramme zwischen erfahrenen Fachkräften und Nachwuchs verankern. - Technikentscheidungen (T):
Digitale Zwillinge für Zell‑ und Pack‑Design, Fabrik‑Taktung und Recyclingflüsse einsetzen. Automatisierung dort vorziehen, wo Prozessstabilität und Sicherheit am meisten gewinnen.
Fazit
Wer Führung klärt, Kultur stärkt, Ressourcen gezielt lenkt, Technologie sinnvoll einsetzt und im Netzwerk handelt, beschleunigt die Transformation – und macht Batterie‑ sowie Elektromobilitätsprojekte belastbar, schnell und bezahlbar.



