Kollage © Dr. Maximilian Wagner / KLIB e.V.
Das Batterieforum Deutschland 2026, ausgerichtet vom Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e.V. (KLiB), fand Anfang 2026 in Berlin statt. In zahlreichen vorgestellten Studien und Vorträgen wurde sehr deutlich: Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Mehrere Akteure verbanden diese Dringlichkeit ausdrücklich mit dem Zeitraum bis 2026. Wird der Übergang von Strategie zu Umsetzung weiter verzögert, könnte dieses Jahr eines der letzten realistischen Zeitfenster sein, um zentrale industrie- und innovationspolitische Weichen zu stellen, bevor Abhängigkeiten, Investitionsentscheidungen und Standortnachteile dauerhaft verfestigt werden.
Insbesondere für die deutsche und europäische Automobilindustrie steht dabei viel auf dem Spiel. Ohne eigene, wettbewerbsfähige Batteriewertschöpfung droht der Verlust eines zentralen Hebels für Produktinnovationen, Kostenkontrolle und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Zugleich wurde auf dem Forum klar: Es gibt weiterhin Handlungsspielräume – allerdings nur, wenn jetzt entschieden und koordiniert investiert wird.
Bereits in der Eröffnung des Batterieforums gingen Dr. Michael Krausa (Geschäftsführer KLiB) und Dr. Peter Lamp (Vorstandsvorsitzender KLiB) auf diese Situation ein. Der vielfach zitierte Leitsatz „Wer will, der findet Wege“ stand dabei weniger für Optimismus als für eine klare Aufforderung zur Umsetzung. Der Aufbau eines leistungsfähigen Batterieökosystems ist kein optionales Zukunftsprojekt, sondern eine industriepolitische Notwendigkeit.
Batterien bleiben ein Wachstumsmarkt mit hohen jährlichen Zuwachsraten bis weit in die 2030er Jahre hinein. Sie sind nicht nur Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität, sondern ein zentraler Innovationstreiber für die Transformation hin zu erneuerbaren Energiesystemen, resilienten Infrastrukturen und digitalisierten Anwendungen. Entsprechend sind Batterien ein tragender Baustein der Hightech Agenda Deutschland, insbesondere für die prioritären Schlüsseltechnologien klimaneutrale Mobilität und klimaneutrale Energieerzeugung. Nach Jahren, die von Kürzungen und Unsicherheiten geprägt waren, erhält die Batterieforschung dadurch neuen politischen und finanziellen Rückenwind.
Von zentraler Bedeutung ist dabei der Transfer von Forschung in industrielle Anwendung. Förderinitiativen wie die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) adressieren gezielt diese Schnittstelle zwischen Labor und Fabrik und sollen helfen, neue Zellkonzepte, Prozesse und Qualitätsstrategien schneller in die industrielle Skalierung zu bringen. Deutschland und Europa verfügen insgesamt über eine beeindruckende Wissensbasis entlang der gesamten Batteriewertschöpfung. Gleichzeitig wurde auf dem Forum intensiv diskutiert, warum diese Stärke bislang zu selten schnell genug in marktfähige Produkte und wettbewerbsfähige Produktionskapazitäten übersetzt wird.
Die Ursachen liegen weniger in fehlenden Ideen als in strukturellen Hemmnissen: lange Entscheidungswege, hohe regulatorische Komplexität und gemischte Signale hinsichtlich der Priorisierung batterieelektrischer Mobilität gegenüber fossilen Antriebstechnologien. Im internationalen Vergleich, insbesondere mit asiatischen Akteuren, wird Geschwindigkeit zunehmend selbst zum Wettbewerbsfaktor.
Vor diesem Hintergrund kommt der Zellfertigung eine zentrale wirtschaftliche und strategische Rolle zu. Sie entscheidet darüber, ob Europa entlang der gesamten Wertschöpfungskette handlungsfähig bleibt – in Bezug auf Kosten, Innovationstempo, Versorgungssicherheit und technologische Souveränität. Ohne lokale, skalierbare Zellfertigung bleibt die nachgelagerte Wertschöpfung strukturell abhängig von Importen und externen Entscheidungen.
Ein zentrales Signal des Batterieforums war daher: Niemand kann die Batterie-Wertschöpfung allein aufbauen. Auffällig war, wie konsequent in einer „Wir“-Logik gesprochen wurde – nicht als rhetorisches Mittel, sondern als realistische Beschreibung der Aufgabenlage. Kapitalbedarf, Fachkräfte, Technologievielfalt, Rohstoffsicherung, Skalierung, Standardisierung, Recycling und digitale Rückverfolgbarkeit müssen parallel adressiert werden. Daraus folgt klar: Netzwerke, Verbundprojekte und belastbare Partnerschaften sind kein Zusatz, sondern die Voraussetzung für ein konkurrenzfähiges europäisches Batterieökosystem.
Bericht Batterieforum Deutschland
Das Batterieforum Deutschland 2026, ausgerichtet vom Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e.V. (KLiB), fand Anfang 2026 in Berlin statt. In diversen vorgestellten Studien und Vorträgen wurde mehr als deutlich, dass jetzt die Zeit zum Handeln ist. Falls wir jetzt nicht in die Umsetzung kommen, könnte 2026 das letzte realistische Zeitfenster sein, um entscheidende Weichen zu stellen, bevor Abhängigkeiten und Standortnachteile dauerhaft werden. Die deutsche Automobilindustrie verlöre damit ihren zentralen Hebel für notwendige Produktinnovationen und ihre Weltmarktposition. Doch es gibt noch viel zu tun, wir brauchen eine europaweite Kooperation, einen langfristigen und verlässlichen Rahmen der Sicherheit gibt und Investitionen attraktiv macht und eine abgestimmte europäische Batterieforschung. Eine wichtige Kernbotschaft: Gute Forschung braucht eine leistungsfähige Wirtschaft.
Bereits in ihrer Eröffnung des Batterieforums gingen Dr. Michael Krausa (Geschäftsführer KLiB) und Dr. Peter Lamp (Vorstandsvorsitzender KLiB) auf genau diese Situation ein. „Wer will, der findet Wege“. Wir wollen nicht nur ein Batterie-Ökosystem aufbauen, wir müssen sogar. Batterien bleiben ein Wachstumsmarkt mit zweistelligen Wachstumsraten bis weit in die 2030er Jahr hinein, denn Batterietechnologien sind Innovationstreiber und essenziell für die Transformation zu erneuerbaren Energiesystemen.
Hintergrund ist u.a. die Hightech Agenda Deutschland. Für die prioritären Schlüsseltechnologien klimaneutrale Mobilität sowie klimaneutrale Energieerzeugung sind Batterien ein zentraler Baustein. Durch die Hightech Agenda bekommt die Batterieforschung nach von Kürzungen und Einschnitten geprägten Jahren neuen Schwung. Der Transfer vom Labor in die Fabrik wird durch die Förderung zentraler Leuchtturm Projekte, wie der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB, beschleunigt.
Deutschland und Europa verfügen über eine beeindruckende Wissensbasis. Gleichzeitig wurde auf dem Forum immer wieder diskutiert, warum wir diese Stärke zu selten schnell genug in marktfähige Industrieanwendungen übersetzen. Dahinter stehen nicht fehlende Ideen, sondern im Kontrast zu asiatischen Akteuren zu lange Entscheidungswege und gemischte Signale bezüglich der Priorisierung batterieelektrischer Mobilität gegenüber fossilen Antriebstechnologien.
Von zentraler wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung ist daher der Aufbau einer eigenen Zellfertigung in Europa, inklusive resilienter, geschlossener Rohstoff- und Wertschöpfungsketten. Die Zellfertigung stellt entlang dieser Ketten den Flaschenhals dar – sie entscheidet darüber, ob wir (und damit auch bei Kosten, Innovationstempo und Versorgungssicherheit) handlungsfähig bleiben. Ohne lokale, skalierbare Zellproduktion bleibt sämtliche nachfolgende Wertschöpfung abhängig von Importen und externen Entscheidungen.
Das vielleicht wichtigste Signal: Niemand schafft die Batterie-Wertschöpfung allein. Auf dem Batterieforum war auffällig, wie häufig in „wir“-Logik gesprochen wurde – nicht als Rhetorik, sondern als Notwendigkeit. Die Aufgaben sind zu groß und zu parallel: Kapitalbedarf, Fachkräfte, Technologiebreite, Rohstoffe, Skalierung, Standardisierung, Recycling, digitale Rückverfolgbarkeit. Daraus folgt für uns sehr konkret: Netzwerke, Verbundprojekte und tragfähige Partnerschaften sind kein „Nice-to-have“, sondern die Voraussetzung dafür, dass Europa ein konkurrenzfähiges Batterieökosystem aufbaut.



