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Neue EU-Förderchancen für die Batteriebranche
In Brüssel standen in den vergangenen Wochen zentrale industrie- und innovationspolitische Vorhaben im Fokus: Das Automotive Package mit dem sogenannten Battery Booster vom 16. Dezember 2025 sowie der Industrial Accelerator Act mit den geplanten „Made in EU“-Vorgaben vom 4. März 2026 wurden intensiv im Ausschuss der Regionen diskutiert und kommentiert.
Nach der politischen Debatte lohnt nun der Blick auf konkrete Fördermöglichkeiten. Wie Michiel Scheffer vom Europäischen Innovationsrat (EIC) im Interview betonte, laufen derzeit mehrere relevante Calls, unter anderem zu Energiespeichern, kritischen Rohstoffen, Batterierecycling und nachhaltigen Batteriematerialien.
Advanced Materials für erneuerbare Energien und Energiespeicher
Neue Materialien sind ein Schlüssel für die Energiewende: Sie können Solarzellen leistungsfähiger machen, Windkraftanlagen verbessern und Energiespeicher effizienter, nachhaltiger und unabhängiger von kritischen Rohstoffen gestalten.
Der Call richtet sich an Start-ups und KMU, die fortschrittliche Materialien für erneuerbare Energien oder Speichertechnologien entwickeln und zur Marktreife bringen wollen. Im Fokus stehen Lösungen, die Europas Energieversorgung widerstandsfähiger machen, Materialabhängigkeiten reduzieren und neue industrielle Wertschöpfung in Europa ermöglichen.
Weitere Informationen: EIC Accelerator Challenges – Advanced Materials
Critical Raw Materials: Europas Rohstoff-Wertschöpfung stärken
Kritische Rohstoffe sind unverzichtbar für Energiewende, Digitalisierung und Europas technologische Souveränität. Der Call richtet sich an Start-ups und KMU, die neue Deep-Tech-Lösungen für die Rohstoff-Wertschöpfung entwickeln: von Exploration und Abbau über Verarbeitung bis hin zu Recycling und „Urban Mining“.
Im Fokus stehen Innovationen, die Europas Versorgung mit kritischen und strategischen Rohstoffen sicherer, nachhaltiger und unabhängiger machen. Dazu zählen etwa KI-gestützte Erkundung, neue Verfahren zur umweltschonenden Gewinnung und Aufbereitung sowie das Recycling von Batterien, Elektroschrott oder industriellen Reststoffen.
Weitere Informationen: EIC Accelerator Challenges – Critical Raw Materials
Hinweis: Nicht gefördert werden Vorhaben im Bereich Tiefseebergbau.
EU-Indien-Call zum industriellen Batterierecycling
Die Europäische Kommission und das indische Ministerium für Schwerindustrie haben im Rahmen des EU-Indien-Handels- und Technologierats einen gemeinsamen Forschungs- und Innovationsaufruf zum industriellen Recycling von Batterien aus Elektrofahrzeugen gestartet. Mit mehr als 16 Mio. € gemeinsamer Förderung über Horizon Europe und das indische Ministry of Heavy Industries soll die Zusammenarbeit bei nachhaltiger Mobilität, Kreislaufwirtschaft und widerstandsfähigen Batterie-Wertschöpfungsketten gezielt gestärkt werden.
Im Mittelpunkt stehen Projekte, die eine gemeinsam betriebene Recycling-Pilotanlage in Indien aufbauen und innovative Verfahren für Lithium-Ionen-Batterien demonstrieren. Ziel ist es, Recyclingprozesse effizienter, sicherer, kostengünstiger und nachhaltiger zu machen — insbesondere bei der Rückgewinnung von Lithium, Graphit sowie weiteren Batterie-Rohstoffen. Dabei sollen auch gemischte Batteriechemien, Sortierung, Sammlung, Logistik und sichere Entladung von Altbatterien berücksichtigt werden.
Der Call verbindet europäische und indische Expertise und richtet sich an Konsortien, die eng abgestimmte Projekte auf beiden Seiten umsetzen. Die Vorhaben sollen bis Projektende einen Reifegrad von TRL 7–8 erreichen und einen klaren Beitrag zu nachhaltigen, industriell skalierbaren Batterierecycling-Lösungen leisten.
- Call-Nummer: HORIZON-CL5-2026-09
- Geöffnet: 5. Mai 2026
- Einreichungsfrist: 15. September 2026
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BATT4EU: Nachhaltige Materialien für Batterien der nächsten Generation
Mit diesem Call fördert die EU neue Ansätze, um Batteriematerialien nachhaltiger, unabhängiger und wettbewerbsfähiger in Europa herzustellen. Im Fokus stehen Materialien in Batteriequalität für Elektroden, insbesondere für Natrium-Ionen-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation.
Gefördert werden Projekte in einem von zwei Bereichen: entweder innovative und umweltfreundliche Verfahren zur Verarbeitung und Raffination von Rohstoffen für Batteriematerialien oder die Entwicklung biobasierter Kohlenstoffmaterialien, etwa aus Biomasse, land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen oder anderen europäischen Ausgangsstoffen.
Ziel ist es, europäische Wertschöpfungsketten für Batteriematerialien zu stärken, Importabhängigkeiten zu reduzieren und die technologische Führungsposition Europas bei Batterien der nächsten Generation auszubauen. Die Projekte sollen zugleich zeigen, dass die neuen Verfahren technisch robust, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch vorteilhaft sind.
Der Call ist Teil der europäischen Batteriepartnerschaft BATT4EU. Die Vorhaben sollen bis Projektende einen technologischen Reifegrad von TRL 4–5 erreichen.
- Call-Nummer: HORIZON-CL5-2026-09-D2-01
- Geöffnet: 5. Mai 2026
- Einreichungsfrist: 15. September 2026
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Ausblick: Neues EU-Programm AGILE für schnelle Verteidigungsinnovation
Die Europäische Kommission plant mit AGILE ein neues Förderinstrument, das disruptive Verteidigungstechnologien deutlich schneller aus dem Labor in die Anwendung bringen soll. Vorgesehen ist ein Budget von 115 Mio. €, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Scale-ups.
Im Mittelpunkt stehen Technologien mit hohem Innovations- und Anwendungspotenzial, etwa Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Drohnen oder andere digitale und kosteneffiziente Verteidigungslösungen. AGILE soll dort ansetzen, wo kurze Entwicklungszyklen entscheidend sind: Neue Technologien sollen nicht erst nach Jahren, sondern innerhalb weniger Monate entwickelt, getestet und anschließend schneller in den Markt beziehungsweise zu europäischen Streitkräften gebracht werden.
Geplant ist eine besonders schnelle und flexible Förderung mit einer angestrebten Bewilligungszeit von nur vier Monaten. Unterstützt werden sollen rund 20 bis 30 Projekte, mit einer Förderung von bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Auch rückwirkend entstandene Kosten bis zu drei Monate vor Ende der Antragsfrist sollen unter bestimmten Voraussetzungen geltend gemacht werden können.
Das Programm soll zwei Schwerpunkte setzen: die missionsorientierte Entwicklung disruptiver Verteidigungsprodukte und -technologien sowie die Markteinführung konkreter Lösungen. AGILE ergänzt bestehende Instrumente wie den Europäischen Verteidigungsfonds und soll die europäische Verteidigungsinnovation schneller, risikobereiter und anwendungsnäher machen.
Die Kommission wird nun einen Verordnungsvorschlag vorlegen. Nach Annahme durch Europäisches Parlament und Rat soll AGILE voraussichtlich ab Anfang 2027 einsatzbereit sein.



