Neue Impulse durch Niedersachsen.next
TraWeBa betrachtet ebenfalls Batterietechnologien und Anwendungen außerhalb von Fahrzeugen, wie z.B. als Alternative bzw. Ergänzung von Notstromaggregaten im Katastrophenschutz (Bild: Pressestelle BFK Urfahr-Umgebung, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2021_05_19_STROMA_Gramastetten-4_(51203495084).jpg, Lizenz: CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
Wie setzt sich die Batterie-Wertschöpfungskette zusammen? Was sind die aktuellen Batterie-relevanten Rahmenbedingungen? Wie funktionieren die Zusammenhänge zwischen einzelnen Stakeholdern entlang des gesamten Batterie-Kreislaufs? Können wir in Europa für unsere Batteriezellfertigung strategische Rohstoffe sichern und die Abhängigkeiten reduzieren?
Wenn im Katastrophenfall die Stromversorgung zusammenbricht, wird Energie zur überlebenswichtigen Ressource. Doch wie können wir sicherstellen, dass kritische Infrastrukturen und Einsatzkräfte auch ohne das reguläre Stromnetz handlungsfähig und flexibel bleiben? Genau hier setzt Niedersachsen.next mit einer inhaltlichen Erweiterung des Projekts TraWeba an. In dieser Ausgabe geben wir Ihnen einen ersten Einblick in eine zukunftsweisende Initiative, die sich dem Potenzial von Batteriespeichern im zivilen Katastrophenschutz auch außerhalb von Fahrzeugen widmet. Darüber hinaus freuen wir uns, dass das Projektteam in Hannover in diesem Zuge durch die neuen Themenmanager Michael Grube (Batterietechnologien im zivilen Katastrophenschutz außerhalb von Fahrzeugen) und Luis Peters (Batterietechnologien im Bereich Automotive) verstärkt wird.
Katastrophenschutz im Wandel
Im modernen Katastrophenschutz geht es darum, mit allen Akteuren abgestimmt Vorsorge zu treffen und im Ernstfall schnell und flexibel reagieren zu können. Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Stürme und damit verbundene Stromausfälle zeigen immer wieder, wie verwundbar unsere Infrastrukturen sind. In solchen Situationen müssen beispielsweise Notunterkünfte eingerichtet, medizinische Versorgung aufrechterhalten und Kommunikationswege gesichert werden und dies oftmals unter extremen Bedingungen und ohne stabile Energieversorgung. Hier können Batteriespeicher ihren großen Vorteil ausspielen: Sie sind mobil, emissionsfrei, schnell einsatzbereit, lassen sich lokal erneuerbar aufladen und erlauben eine flexible Versorgung genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Einsatzbeispiele für Batteriespeicher im Katastrophenschutz
Um die Relevanz von Batteriespeichern praxisnah zu verdeutlichen, stellen wir erste Anwendungsbeispiele vor:
- Rettungseinsätze unterstützen: Immer mehr technische Hilfsmittel – von elektrischem Rettungswerkzeugen über Drohnen zur Lageerkundung bis hin zu Licht- und Kommunikationssystemen – benötigen mobile Lademöglichkeiten. Batteriespeicher können als Ladehub direkt am Einsatzort dienen, Leitstellen und einsatzkritische Geräte versorgen und dadurch die Einsatzfähigkeit und Effizienz der Rettungskräfte erhöhen.
- Kritische Infrastrukturen versorgen: Krankenhäuser, Rechenzentren Notunterkünfte, oder Pumpstationen benötigen auch bei Netzausfall dringend Strom für den Betrieb, Klimatisierung, medizinische Geräte oder die Wasseraufbereitung. Batteriespeicher ermöglichen hier eine vorrübergehende Versorgung, bis externe Unterstützung verfügbar ist oder ursächliche Probleme beseitigt wurden.
- Notfallkommunikation sichern: Bei großflächigen Stromausfällen funktionieren Mobilfunkmasten und digitale Funknetze der Einsatzkräfte oft nur noch eingeschränkt. Mobile Batteriespeicher können die notwendige Energie liefern, um Kommunikationszentralen über längere Zeiträume in Betrieb zu halten und somit die Koordination der Helfenden zu gewährleisten.
Was sind die neuen Ziele von niedersachsen.next in TraWeba?
Das Projekt TraWeBa verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um die Resilienz unserer Notfallversorgung zu stärken. Wir betrachten Batteriespeicher nicht nur als technische Komponenten, sondern als strategische Bausteine im zivilen Katastrophenschutz. Unsere Arbeit konzentriert sich dabei auf drei Kernbereiche mit dem Ziel, interaktive Austausch-, Transferformate und Planspiele zu entwickeln:
- Analyse der Anwendung: Wir diskutieren die besonderen Anforderungen im Feld mit Experten und betrachten, welche Batterietechnologien sich herfür besonders eignen – von der kompakten Batterie für Funkgeräte bis zum Großspeicher für Notunterkünfte.
- Szenarien skizzieren: Ob langanhaltender Blackout oder lokale Unwetterlage – wir identifizieren konkrete Einsatzszenarien, um zu verstehen, wann und wo mobile oder stationäre Speicher den entscheidenden Unterschied machen können.
- Akteure vernetzen: Niedersachsen.next bringt in TraWeBa Industrie, Anwender aus dem Katastrophenschutz, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger an einen Tisch, um das Batterieökosystem themenspezifisch zu erweitern. Denn innovative und zweckmäßige Lösungen entstehen vor allem im interdisziplinären Dialog.
Gemeinsam für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit
Die Energiewende macht auch vor dem Katastrophenschutz nicht halt. Mit der inhaltlichen Erweiterung von TraWeBa wollen wir Antworten auf die drängenden Fragen der Energieversorgung im Katastrophenfall finden und praxisnahe Konzepte entwickeln, die im Notfall Leben retten können. Gemeinsam wollen wir mit allen relevanten Akteuren Szenarien und Anwendungsgebiete diskutieren und zukünftig in neue Technologien, Business Cases und Handlungsempfehlungen überführen.
Wir stehen erst am Anfang dieser spannenden Reise und laden Sie herzlich ein, uns zu begleiten: Welche Rolle spielen mobile Energielösungen und Batterietechnologien in Ihrer Planung? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!
Kontakt: Michael Grube, m.grube@nds.de
Luis Peters, l.peters@nds.de



