Ein Kongress mit Substanz – und ehrlichen Fragen
Nach dem Battery Investors Event am Vorabend, das in besonderer Atmosphäre Investoren und Start-ups zusammengebracht hatte, schlug der TraWeBa Kongress 2026 am 5. Mai einen klassischeren Ton an. In den Ludwig-Erhard-Saal der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin kamen rund 150 Teilnehmende – darunter viele Vertreterinnen und Vertreter etablierter Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen. Der Saal war gut gefüllt, und vom ersten Moment an war spürbar: Hier wollten die Menschen nicht nur zuhören, sondern mitgestalten.
Auftakt: Lage der Industrie und ein Blick aufs Matchmaking
Eröffnet wurde der Tag von Frank Wille (BAM) als Gastgeber und Dr. Jens Katzek (Geschäftsführer ACOD und Projektleiter TraWeBa). Im Anschluss ordnete Dr. Stefan Wolf vom Batterienetzwerk KLiB den aktuellen Stand der Industrie ein, bevor Dr. Maximilian Wagner (TraWeBa / ACOD) einen Überblick über das KI-gestützte Matchmaking gab – das Format, das dem Kongress seinen besonderen Charakter verlieh.
Im Zeichen der Vernetzung: KI-Matchmaking und viel Raum für Begegnung
Der Schwerpunkt des Tages lag klar auf dem Networking – oder besser: dem „Matchworking“. Dafür stand den Teilnehmenden eine digitale Plattform für KI-gestütztes Matchmaking zur Verfügung. Sie machte auf moderne und elegante Weise sichtbar, wer am Kongress teilnimmt und wo die größten Überschneidungen und Schnittmengen liegen – so fanden die Teilnehmenden gezielt die für sie passenden Gesprächspartner.
Dazu gab es bewusst viel Raum für persönliche Begegnung: vom Netzwerkfrühstück über die Pausen bis zum gemeinsamen Buffet zog sich das Networking durch den gesamten Tag. Genau hier entstehen die Verbindungen, die TraWeBa ausmachen.
Zehn Thementische: Freiheit für den Austausch
Den inhaltlichen Kern bildeten am Nachmittag die zehn Thementische. Sie gaben den Teilnehmenden die Freiheit, sich genau den Diskussionsthemen zuzuwenden, die sie bewegen – und ihren eigenen Beitrag einzubringen. Entlang je einer pointierten Leitfrage wurde von Rohstoffen und Recycling über Produktion, Automatisierung und Regulierung bis zu Second Life, Wertschöpfung, Sekundärmärkten sowie Energie & Netzen offen, konkret und lösungsorientiert debattiert. Die Themenbreite spiegelte die ganze Komplexität und das Potenzial unserer Branche wider.
Ein herzlicher Dank gilt allen Tischpatinnen und Tischpaten, die diese Diskussionen mit ihrer Expertise erst möglich gemacht haben. Wer die Thementische im Einzelnen begleitet hat, ist auf unserer Website nachzulesen.
Podiumsgespräch zum Abschluss: Mut zum Positiven
Einen der abschließenden Höhepunkte bildete das Podiumsgespräch „Netzwerk der Netzwerke“, moderiert von Simon Voss (BETTERE GmbH) – der TraWeBa bereits beim Battery Investors Event als tragende Stütze begleitet hatte. Auf dem Podium brachten sich starke Partner mit ihren Perspektiven ein und unterstützten TraWeBa mit ihrem Beitrag: Dené Schunck von Tesla (Gigafactory Berlin-Brandenburg), William Füller von Business Sweden, Dr. Stefan Wolf vom Batterienetzwerk KLiB sowie Dr. Anselm Lorenzoni (SCIRES Battery Technologies) als starker Unterstützer.
Eine Botschaft blieb besonders hängen: Wir brauchen wieder mehr positive Nachrichten in dieser Industrie. 2025 war für die Batteriebranche ein schweres Jahr, dessen Umbrüche bis in dieses Jahr nachwirken – und ein Teil der Herausforderung ist die Negativität, die sich vielerorts festgesetzt hat. Genau hier gingen die Podiumsgäste mit gutem Beispiel voran: Sie lenkten den Blick bewusst auf das, was Deutschland und Europa haben und worauf sich aufbauen lässt – ehrlich gegenüber den realen Fragen wie dem Druck chinesischer Produkte auf unsere Skalierung, aber mit dem klaren Signal, dass es mehr braucht als politische Worte, um die Industrie wieder in Schwung zu bringen.
Was die Teilnehmenden mitnahmen
Das Echo war positiv: Rund 85 % der Befragten konnten neue relevante Kontakte oder potenzielle Partner identifizieren, die große Mehrheit würde erneut teilnehmen, und die Weiterempfehlungsbereitschaft war hoch. Genau das ist der Kern von TraWeBa – Vernetzung, die wirkt.
Ausblick
Der TraWeBa Kongress 2026 hat gezeigt, was in vier Jahren entstanden ist: nicht nur ein Netzwerk, sondern eine Gemeinschaft, die sich kennt, einander vertraut und gemeinsam gestalten will. Die Herausforderungen bleiben groß – doch der Wille, sie anzugehen, war an diesem Tag deutlich zu spüren. Diesen Schwung nehmen wir mit, Richtung TraWeBa 2027.



